Deco 2000 0-700m
Deco 2000 700-1500m
Deco EAN32 0-700m
Deco EAN32 700-1500m
Deco EAN36 0-700m
Deco EAN36 700-1500m
Höhlen Mexico
Höhlensysteme

Höhlensysteme im Vergleich:

Andere Länder andere Sitten. Dieser Spruch kann auch auf die verschiedenen Höhlensysteme angewandt werden. Jedes Land in dem ich bereits Höhlensysteme betaucht habe , sind die Begebenheiten anderst. Ich möchte hier eine kurze Beschreibung der Höhlensysteme wiedergeben.


Florida:

In Florida gibt es unzählige Höhlensysteme. Meine bereits besuchten liegen zwischen Orlando und Tallahasse. Viele der Systeme liegen auf Privatbesitz oder sind für das Tauchen durch die Regierung gesperrt. Andere wiederum befinden sich in Nationalparks.
Die Wassertemperatur beträgt ca. 20 Grad unabhängig der Außentemperatur. Die Tiefen der Höhlen variieren, wobei es seltener vorkommt , dass sie am Anfang flach sind und dann in große Tiefen übergehen. Meistens sind sie sofort Tief (wir reden hier über Tiefen > 50m) oder sind im Schnitt zwischen 20 – 30m. Das Gestein im inneren wechselt farblich , aber nicht von der Beschaffenheit. Mir sind bisher keine Tropfsteinformationen bekannt. Die Sichtverhältnisse passen sich der Farbgestaltung und den Strömungsverhältnissen der Höhle an. D.H. es können sehr große Sichtweiten vorkommen ( 10-30m ) aber auch geringere Weiten sind möglich. Wobei bei geringeren Sichtweiten fast immer eine starke Strömung herrscht. Strömung in den Höhlen ist fast immer vorhanden. Diese kann sehr stark sein. Durch Regen kann ein Tauchen auch unmöglich werden. Die meisten Höhlensysteme sind weit verzweigt und haben viele Seitengänge. Die Verlegung der Leine habe ich bisher nur sehr gut vorgefunden.
In Florida ist es möglich , ohne großen Ortswechsel , sehr viele Höhlen zu tauchen. Weiterhin sind die Höhlensysteme so groß , dass mehrere Tauchgänge pro Höhle machbar sind.


 

Frankreich:

Frankreich ist das Europäische Mekka des Höhlentauchens (bisher). Um in Frankreich zu tauchen muss man sehr gut ausgerüstet sein. Die Region befindet sich im Lot/Dordogne. Dies liegt so in der Mitte von Frankreich. In Frankreich ist selbstständiges Höhlentauchen angesagt. Es gibt zwar inzwischen ein oder zwei Füllstationen , aber es ist besser sich mit allem (z.B. Kompressor usw.) auf den Weg zu machen. Die Höhlen sind in einem größeren Gebiet verteilt. Deshalb müssen Fahrzeiten in Kauf genommen werden. Die Wassertemperatur beträgt ca. 10-14 Grad , was somit absolutes Trockentauchen bedeutet. Die Parkplätze an den Höhlen sind begrenzt , was in Stoßzeiten zu einem Problem werden kann. Aufgrund von Vorkommnissen stehen manche Höhlen kurz vor der Sperrung. Daher ein Apel an alle Höhlentaucher: Haltet euch an die Vorschriften und seit freundlich zu den Landbesitzern. Denn nur über ihr Land kommt ihr zu den Höhlen. Die Höhlen in Frankreich graben sich wie ein Schlauch durch den Berg. Es gibt wenige Verzweigungen. Die Sichtverhältnisse sind meistens sehr bescheiden. Das Profil der Höhlen ist fast immer gleich. Zuerst gibt es einen flacheren Teil um dann in einen tieferen Teil überzugehen (> 50m). Die Gesteinsart ist überall fast gleich wobei die Farbgestaltung wechselt. Wer weiter in die Höhlen vordringen möchte , muss mit Trockenpassagen rechnen. Die Leinensituation ist teilweise absolut chaotisch. Nicht selten finden sich drei Leinen nebeneinander. Jahreszeit bedingt können die Höhlen auch Strömung haben , die die Sichtverhältnisse eintrüben.


 

Mexico:

Mexico ist das Eldorado des Höhlentauchens. Durch fantastische Sichtweiten , warmes Wasser und Tropfsteinformationen lockt Mexico jährlich unzählige Höhlentaucher. In dem Gebiet zwischen Playa del Carmen und Tulum befinden sich viele Höhlensysteme (Cenoten).
Um dort Tauchen zu können muss Eintritt bezahlt werden. Die Wassertemperaturen betragen ca. 23-24 Grad. Die Tiefen der dortigen Höhlen übersteigen selten 30m . Die Gesteinsformationen und die Gesteinsfarben wechseln mit der Nähe zum Meer. Es wird vermutet , dass alle Systeme einen Zugang zum Meer haben. Dies zeigt sich immer wieder durch so genanntes Haloclain (Süß/Salzwasserschicht). Je näher man sich am Meer befindet desto weniger Tropfsteinformationen sind vorhanden. Auch die Farbe des Gesteins wird dunkler. Ist man weiter im Landesinneren sind die Tropfsteinformationen in Hülle und Fülle vorhanden. Ebenso wird das Gestein schneeweiß. Die Höhlensysteme sind weit verzweigt. Die Leinensituation ist in Mexico hervorragend.
In Mexico ist es , so wie in Florida , möglich ohne großen Ortswechsel sehr viele Höhlen zu tauchen.


 

Sardinien:

Sardinien als Höhlentauchgebiet war bisher noch nicht so bekannt. Auf Sardinien gibt es Meereshöhlen aber auch im Landesinneren befinden sich manche. Die Höhlen im Landesinneren sind von der Regierung gesperrt. Die Meereshöhlen sind nur vom Boot aus zu betauchen. Was die Anzahl der Höhlen betrifft ist eine genaue Anzahl nicht bekannt. Um Cala Gonone spricht man von ca. 66 registrierte Höhlen , wobei die meisten noch nicht erforscht sind. Die Höhlen können von Mai bis Oktober betaucht werden. Die Anreise nach Sardinien kann mit dem Flugzeug oder mit der Fähre erfolgen. Die Wassertemperaturen schwanken sehr stark. Zum einen dringt warmes Meerwasser ein und zum anderen kommt Frischwasser aus dem Landesinneren nach außen. Dies bedeutet eine Temperatur zwischen 14- 22 Grad. Durch den Zusammenschluss von Frischwasser und Meerwasser hat man am Anfang der Höhlensysteme immer mit Haloclain sich auseinanderzusetzen. Was aber mit weiterem Eindringen in die Höhlen sich zu großen Sichtweiten entwickelt. Über die Höhlensysteme an sich kann noch keine Aussage getroffen werden , da viele Gänge noch nicht erforscht wurden. Das Gestein ändert sich ständig in seiner Art und Farbe. Es gibt immer wieder Auftauchmöglichkeit. Meistens befindet man sich in sehr großen Räumen die mit Tropfsteinformationen glänzen. Immer wieder gehen von diesen Räumen Trockenpassagen weg , so das dort Wanderungen möglich sind. Die Leinensituation hat sich in der letzten Zeit sehr stark verbessert , da durch ProTec aufgeräumt wurde.


 

Schweiz:

In der Schweiz sind die Anzahl der Höhlen begrenzt. Weiterhin sind sie über das ganze Land verstreut. Das Tauchen in den Höhlen ist jahreszeitbedingt. Durch Schmelzwasser ist das Tauchen fast nur im Winter möglich. Dadurch ist die Temperatur bei ca. 10-12 Grad. Die Schweizer Höhlen sind wie in Frankreich meist ohne Abzweige. Ihre Tiefenprofile erzeugen sehr viel Deco und erfordern meistens Trimix. Ohne genügend Wärmeschutz wird das Tauchen sehr gefährlich. Die Sichtverhältnisse schwanken sehr stark. Die Gesteinsart ändert sich nicht. Durch die starken Strömungen im Frühjahr ist der Boden mit wenig Sediment versehen. Die Höhlen liegen zum größten Teil auf Privatbesitz , somit muss vorher das Einverständnis der Besitzer eingeholt werden.